Das ideale Toolset für Screendesigns?

6. November 2015 at 08:00
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Moderne Workflows erfordern anpassungsfähige Tools, die sinnvoll miteinander kombiniert werden

 

Designer die sich auf Screen-Layouting spezialisiert haben, sehen sich heutzutage eine Vielzahl von Möglichkeiten und Tools gegenübergestellt, um ihre Workflows und die Zusammenarbeit mit Konzeptern und Entwicklern zu verbessern. Während Photoshop, Illustrator und Fireworks von Kreativen im Webbereich lange Zeit  als die bevorzugten Tools eingesetzt wurden, erfordern moderne Workflows und Technologien neue und anpassungsfähigere Lösungen.

Photoshop & Illustrator

Seit Adobe vor ein paar Jahren den Support von Fireworks eingestellt und damit quasi das Ende seines einzigen reinen Screen-Layouting Tools eingeläutet hat, mussten sich Webdesigner die bisher auf Fireworks gesetzt haben nach Alternativen umsehen. Illustrator und Photoshop wurden ursprünglich nicht als Werkzeuge für pixelbasierte Layouts konzipiert, was gerade in den letzten Jahren mit dem Aufkommen von Responsive Design deutlich geworden ist. Photoshop hat mit den letzten Updates eine Reihe sinnvoller Features bekommen, die den Workflow von Webdesignern erleichtert haben, das Programm aber gleichzeitig mehr zu einem Allzweckwerkzeug gemacht haben, dass mittlerweile professionelle Bildbearbeitung, Layout, Animation und sogar 3D in einer Software vereint. Neue Technologien, wie z.B. skalierbare Vektorgrafiken, adaptive Screenlayouts und hochauflösende Retina-Displays, sowie der Einsatz von Bewegtbild und modernen Programmiersprachen erfordern, dass sich Programme an die komplexer werdenden Workflows anpassen. Gerade dort stößt Photoshop als Multilösung schnell an seine Grenzen.

Sketch

Eine ernstzunehmende Alternative zu Adobe ist Sketch, das sich mittlerweile einer breiten Nutzerschaft erfreut jedoch lediglich zu Mac OS kompatibel ist. Das Tool ist eine native Screen-Layout Applikation und punktet dank besonderer Features, wie z.B. mehreren Zeichenflächen, der Arbeit mit Symbolen und einer einfach zu bedienenden Nutzeroberfläche. Zudem können sämtliche Attribute eines Layouts als CSS-Werte exportiert werden. Das Programm ist jedoch keine All-in-One Lösung und eignet sich weniger für komplexe Layouts mit Interaktionen und Animationen. Durch die Erweiterbarkeit mit diversen Plugins und insbesondere der engen Verzahnung mit Prototyping Tools, wie z.B. Invision erhält man mit Sketch aber ein starkes Tool-Setup, dass viele Anwendungszwecke abdeckt.

Webflow

Ein relativ neues Konzept sind Design-Browser-Applikationen wie z.B. Webflow, das als vollwertiger Website Builder mit eigenem angebundenen CMS konzipiert ist, sich aber ebenso gut als Prototyping- und Designtool verwenden lässt. Der Vorteil von Webflow ist u.a. dass über eine grafische Oberfläche automatisch ein funktionsfähiger HTML-Prototyp generiert wird, der sich sofort auf unterschiedlichen Testumgebungen betrachten lässt ohne dass umfangreiche Programmierkenntnisse von Nöten sind. Zudem lassen sich Animationen und Effekte schnell über das einfach zu bedienende Interface realisieren. Nachteile sind ein hoher initialer Aufwand beim Erstellen von Layouts und zumindest das Beherrschen von grundlegenden HTML-Kenntnissen. Auch die Integration in einen Grafik-Workflow fällt mit Webflow schwer, da sämtliche Assets in einem Grafikprogramm erstellt werden müssen und einzeln in die Applikation importiert werden müssen.

Whats Next?

Mit Adobe Project Comet wurde auf der diesjährigen Adobe MAX ein Screen-Layouting Tool von Adobe angekündigt, dessen Preview-Version vorraussichtlich Anfang 2016 auf den Markt kommen wird und als Konkurrenzprodukt zu Sketch angesehen werden kann. Schenkt man Adobe Glauben, so erwartet uns ein Tool, dass Wireframing, visuelles Layouting und interaktives Prototyping in einem Tool vereint und gleichzeitg eine nahtlose Integration in den Workflow mit anderen Creative Cloud Produkten erlaubt. Zudem soll das Interface schnell, intuitiv und einfach zu bedienen sein und die Zusammenarbeit mit Entwicklern und Konzeptern erleichtern. Besonderes Augenmerk wurde bei der Entwicklung natürlich auf das Gestalten für diverse Screengrößen gelegt.

Fazit

Wie im realen Leben kommt gibt es bei der Auswahl der Werkzeuge kein richtig oder falsch, vielmehr kommt es auf den Einsatzzweck an und wie die einzelnen Werkzeuge verwendet werden. Momentan wird wohl kaum ein Designer drumherum kommen, mehrere Tools zu beherrschen und diese geschickt zu kombinieren, um so das effektivste und effizienteste Ergebnis für sein Projekt zu erzielen. Man darf auf jeden Fall gespannt sein, was uns mit Project Comet im kommenden Jahr erwartet und ob es eine Revolution im Screendesign hervorrufen kann.