Design für Wearables

20. August 2015 at 10:01
Smartwatches sind auf dem Vormarsch

Smartwatches sind auf dem Vormarsch

Während in Deutschland noch längst nicht alle Unternehmen auf responsive Kommunikation umgestellt haben, überholt die Technik und die damit verbundenen Möglichkeiten die derzeitige Marketinglandschaft in hohem Tempo.

So agieren die Nutzer heute bereits häufig gleichzeitig nicht nur auf einem Device, sondern auf mehreren gleichzeitig. Da wird beim Fernsehen die Reality Show gleichzeitig im Social Web kommentiert, Informationen nachgeschlagen oder – der Traum der Werbetreibenden – das Produkt, das gesehen wurde, gekauft.

Und während sich die Werbelandschaft noch an geteilte Aufmerksamkeit gewöhnt, erscheint ein neuer Protagonist auf der Bildfläche. Die Wearables.

Eine Gattung, die nun mit völlig neuen Anforderungen an ihre Bedienung daherkommt, die der Nutzer stets dabei hat und für die UX und Design noch im Teststadium sind. Standards sind noch nicht etabliert, es gibt so viele Ansätze wie es auch unterschiedliche Wearables gibt.

Bei dem Begriff denkt man häufig direkt an die SmartWatches der unterschiedlichen Hersteller, dabei müssen auch die Wearables ohne Display oder mit eingeschränktem Display berücksichtigt werden.

Alle haben aber eins gemeinsam: sie bieten den Designern und Konzeptern die kleinste Wirkungsfläche, die sie jemals hatten. Auf dieser Basis haben sich bereits einige grundsätzliche Regeln herauskristallisiert, die man möglichst einhalten sollte.

 

Einfache Bedienbarkeit

Die Displays sind klein, da bleibt keine Fläche für filligrane Bedienung. Die Nutzung muss daher einfach sein. Ein Tap, eine Bewegung muss zum gewünschten Ergebnis führen. Dafür haben die Smart Watches unterschiedliche Zusatzfeatures, auf die zurückgegriffen werden kann. So kann man bei der iWatch über einen Kranz zwischen den unterschiedlichen Informationen wechseln oder auch in eine Darstellung hineinzoomen. Die Bedienung muss intuitiv sein. Die Informationen sollten in kleinen Häppchen mit möglichst wenig Text vermittelt werden. Das Display ist dabei mit seinen minimal 128px zu klein, um hier komplexe Sachverhalte abzubilden. Daher ist es notwendig, in kleinen Einheiten zu denken und zu konzipieren.

 

Bordmittel nutzen

Die Wearables bringen zusätzliche Steuerungsmöglichkeiten mit. Es ist mühsam, auf den kleinen Displays etwas anzusteuern. Da ist die Bedienung per Sprache viel bequemer und eröffnet neue und viel komplexere Bedienmöglichkeiten. Diesem Bedürfnis entspricht beispielsweise die iWatch mit der Integration von Siri. Aber auch das Feedback des Gerätes muss mit berücksichtigt werden. Neben dem optischen Feedback sollte hier auch die Vibration als Möglichkeit mit bedacht werden.

 

Einfaches, kontrastreiches Design

Das Display ist klein, wird mal im Sonnenlicht, mal im schlecht beleuchteten Raum angesehen und man ist häufig in Bewegung und hat nur einen kleinen Blick auf das Wearable. Da müssen die Informationen einfach erfassbar sein. Hohe Kontraste im Design ermöglichen eine vereinfachte Lesbarkeit, genauso wie klare Typografie. Serifenschriften sind genauso tabu wie Pastelfarben oder geringe Sättigung. Umso stärker der Kontrast, umso besser. Umso leuchtender die Farben, desto einfacher zu sehen.

 

Auf Erlerntes zurückgreifen

Das Design für Wearables heißt nicht, dass das Rad neu erfunden werden muss. Umso andersartiger die Bedienung der visuellen Oberfläche ist, umso mehr muss der Nutzer erlernen. Daher gilt die Devise: das Look & Feel der ästhetischen Darstellung sollte möglichst vertraut aussehen. Buttons dürfen weiter wie aus mobilen Screens bekannt aussehen. Das aktuell angesagte minimalistische Design ist da genau richtig, denn es vereint die klare Formsprache, die die Erfassbarkeit so einfach macht, mit bekannten Darstellungen.
Aktuell haben Wearables noch nicht die Verbreitung, die Smartphones und Desktop-Rechner haben. Ihre Performance ist noch nicht so mächtig und auch bei den Nutzern wird momentan einfach ausprobiert. Das bietet Chancen. Es bietet die Möglichkeit, zu experimentieren, Nischen zu besetzen, bevor es andere Konkurrenten tun und First Mover zu werden. Wearables werden sich weiterentwickeln und eine Anwendung, die heute dafür entwickelt wird, wird nicht bis in Ewigkeit Bestand haben. Aber es ist schwieriger, in einem gesättigten Markt noch einen Platz zu finden, als sich frühzeitig zu etablieren.