Einkaufen in 2020 – The Future of Shopping

5. September 2016 at 11:44
Einkaufen in 2020 – The Future of Shopping

Quelle: http://blogs-images.forbes.com

Inwiefern wird sich unser Einkaufserlebnis in den nächsten 5 Jahren verändern? Im Zuge der digitalen Transformation sprechen Wirtschaftsexperten aktuell über die zukünftigen Möglichkeiten im Einzelhandel. Bei unserem Besuch auf der Interactive Cologne fielen daher Begriffe wie Consumer Centricity, Costumer Lifetime Value und iBeacons.

Im Grunde sind die Möglichkeiten unbegrenzt. Wir haben die letzten Jahre damit verbracht Daten unserer Konsumenten zu sammeln und diese ausgewertet. Big Data at it’s Best. Aber was fangen wir jetzt weiter damit an?

Es geht in Zukunft darum, den Kunden auf virtuellem Weg „wirklich“ zu erreichen. Das heißt, seine genauen Bedürfnisse und sein Verhalten optimal zu kennen, um speziell auf ihn zugeschnittene Produkte und Angebote zu generieren. Die Kommunikation zwischen Unternehmen und Konsument muss einfühlsamer und intelligenter werden. Es geht nicht mehr nur darum ein gutes Angebot mitzuteilen. Es geht darum den Kunden damit persönlich zu treffen. Wenn eine Kundin seit 20 Jahren das gleiche Parfüm kauft, wird sie sich nicht unbedingt für die neuesten Parfum-Kreationen interessieren. Aber vielleicht für eine Rabattaktion des Herstellers ihres Lieblingsparfüms.

Ein weiteres Beispiel: Die Kundin eines Textilhändlers schaut sich Sonntagnachmittags in deren App oft an, welche neuen Kollektionen draußen sind. Also wäre es in ihrem Sinne ihr Sonntags um diese Zeit eine Push-Notification zu senden, um sie auf Neues aufmerksam zu machen.

Die Kommunikation ist die eine Sache. Aber wie genau muss sich der stationäre Handel verändern, um mithalten zu können? Die Antwort heißt Omnichannel. Showroom statt Shop. Das Kauferlebnis wird gesteuert. Und Somit auch der Kunde. Ein mögliches Szenario wäre, dem Kunden schon 20 Meter vor dem Geschäft eine Push-Notification über für ihn interessante Angebote zu senden. Kommt der Kunde in den Shop bzw. Showroom, kann er sich per Tablet über das Sortmiment informieren und wird sofort zu den Produkten geleitet, die ihn interessieren. Fasst er ein Kleidungsstück an bekommt er über einen Widescreen über ihm nähere Infos zum Produkt und zur Verfügbarkeit in seiner Größe. Möchte er anprobieren, hat er über den Screen in der Umkleide die Möglichkeit sich weitere Farben und andere passende Produkte anzuschauen und virtuell anzuziehen. Möchte der Kunde kaufen scannt er das Produkt mit seinem Smartphone. Es erscheint nun im Warenkorb der App. Bezahlt wird via NFC. Die Produkte können auch problemlos nachhause geschickt werden. Also auch kein lästiges Tütentragen mehr.

Folgendes Videos fassen die Vision nochmal zusammen:

Noch Schneller und viel mehr konsumieren also. Für die Wirtschaft sicher super, für den Menschen … Naja. Nachhaltigkeit? Bis dato Fehlanzeige. Und wie steht es mit der älteren Generation, den Digital Immigrants?

Einkaufen in 2020 – The Future of Shopping

Quelle: http://www.3dwindowdressing.com/

Und: Wollen wir in jeder Sekunde unseres Shoppingerlebnisses 30 Vorschläge gemacht bekommen, was zu unserem neuen Rock noch alles passt? Verkümmern da nicht unsere menschlichen Instinkte neues zu entdecken und erkunden zu wollen? Experten sagen Nein. Der Mensch wird angeblich nicht dümmer, wenn er sich immer mehr digitalisiert. Er wird angeblich sogar sozialer und wächst über sein eigenes Denken hinaus, weil er immer mehr Möglichkeiten finden, sein Leben zu optimieren.

Jedoch wird er auch abhängiger. Stichwort Google, Soziale Netzwerke etc… Da liegt es am Menschen selbst zu erkennen, wie er seine Bedürfnisse digital und analog befriedigt. Die Mentale Balance muss jeder für sich selbst finden und sich auch selbst vor einem Digital Burn-Out schützen. In den USA gibt es bereits „Digital Detox Camps“ in denen die Teilnehmer für 4 Tage alle ihre Geräte samt Uhren und Autoschlüssel abgeben, um einen Mini-Ausstieg zu erleben.

Auch interessant ist die Story von der amerikanischen Soziologin Janet Vertesi, die ihr Schwangerschaft verheimlichen wollte, um nicht auf die Werbemaßnahmen der Handelskonzerne reinzufallen. Denn: Schwangere Frauen sind eine sehr lukrative Käuferschicht.
Hier zum Nachlesen: http://mashable.com/2014/04/26/big-data-pregnancy/#KQpTtCbjkaqg

Hinter der Digitalisierung im Einzelhandel steht in erster Linie eben der Profit. Aber in anderen Bereichen wie der Medizin und der Forschung setzen wir längst neue Maßstäbe, von denen wir alle profitieren. http://fortune.com/2015/02/26/5-remarkable-facts-about-the-future-of-health-care/