„Start playing games with my heart“ – Eine Lovestory zwischen User und Website

29. Juli 2015 at 08:00
Fühlen Sie sich emotional an eine Website gebunden?

Fühlen Sie sich emotional an eine Website gebunden?

 

„Fühlen Sie sich emotional an eine Website gebunden?“ Als Antwort auf diese Frage begegnen einem meist nur fragende Gesichter. Bei der Frage um die Lieblings-Website sieht es schon anders aus. Die Seite, die man regelmäßig aufsucht und die man Freunden und Bekannten weiterempfiehlt. An eine emotionale Bindung denkt erst einmal keiner. Denn diese findet unterbewusst statt.

Emotionale Websites definieren sich nicht zwangsläufig als sentimental. Es geht nicht nur um großflächig emotionale Bilder mit tiefgründigen Einzeilern, sondern mehr um die Gesamterfahrung. Eine ausgewogene Mischung aus relevanten Themen, intuitiver Nutzerführung und etwas Menschlichkeit sorgt für den Wohlfühlfaktor, der Nutzer dazu bewegt, immer wieder vorbeizuschauen.
Emotionalisierung findet auf mehreren Ebenen statt, die – richtig kombiniert – zu einem positiv emotionalen Nutzererlebnis beitragen:

 


Relevanz und Kontext

Jede Zielgruppe variiert mit Ihren Bedürfnissen

Relevanz und Kontext:

Jede Zielgruppe variiert mit Ihren Bedürfnissen. Werden diese Bedürfnisse nicht erfüllt, führt das zu einer negativen Nutzererfahrung. Eine gründliche Zielgruppen-Analyse hilft dabei zu definieren, welche Funktionen und Themen künftige Nutzer besonders ansprechen und von welchen Elementen man lieber die Finger lassen sollte.

Ein Beispiel: 8tracks.com
8tracks bietet seinen Nutzern die Möglichkeit, eigene Mixtapes, bzw. Playlists, zu erstellen und geben ihnen damit die Möglichkeit, der Plattform ihre ganz persönliche Note zu geben. Die Website gewinnt damit an kundenorientierter Relevanz, da er von diesen mit erzeugt und gestaltet werden kann. Wer keine eigenen Playlists hat findet durch eine sehr übersichtliche und intuitive Filterfunktion von Nutzern eingestellte Playlists, die ihren Vorlieben entsprechen.

 

 


Intuitiv und entschleunigt

Vereinfachte Arbeitsschritte und Klickwege sorgen für eine angenehme Nutzererfahrung.

Intuitive und entschleunigte Nutzerführung:

Eine flüssige und intuitive Nutzerführung erleichtert Besuchern den Umgang mit der Website und verleitet zu längerem Verweilen. Vereinfachte Arbeitsschritte und Klickwege sorgen hier für eine angenehme Nutzererfahrung.

Hin und wieder gibt es Elemente und Vorgänge auf einer Website, die sich nur bis zu einem gewissen Grad vereinfachen lassen. Wird eine Passage etwas holpriger ist es sinnvoll, den Nutzer ruhig und verständlich –  mit Erklärungen, How-tos und nützlichen Hinweisen – Schritt für Schritt hindurchzuleiten. So fühlt sich der Nutzer gut aufgehoben und effektiv betreut.

Ein Beispiel: vw.com
Bei dieser Website wurde bei der Funktionalität großen Wert auf die Blickweise des Besuchers gelegt. In einer leicht verständlichen und reduzierten Navigation findet man sofort, wonach man gerade sucht. Auch schön hierbei: Der Konfigurator. Mit Hilfe einer Standortabfrage definiert die Website im Vorfeld, welche Konfigurationen tatsächlich in Ihrer Wunschwerkstatt umsetzbar sind. Unterstützende grafische Elemente und eine großartige Bildwelt sorgen hier für ein ganzheitlich positives Nutzererlebnis. Diese Seite ist definitiv einen Besuch wert.


Interaktion und Konversation

Eine aktive Verbindung mit dem User schafft Vertrauen.

Interaktion und Konversation:

Eine Unterhaltung findet immer beidseitig statt. Ruft eine Website zur Interaktion auf, ist es sinnvoll, auf die Eingaben des Nutzers einzugehen und damit eine Verbindung herzustellen. Das kann von einem einfachen Danke nach Ausfüllen eines Formulars bis zu weiterreichenden Infos und vielleicht auch spielerischen Rückantworten gehen. Transparenz ist ebenfalls ein wichtiges Schlagwort. Wofür werden eingegebene Daten verwendet und warum sind diese für den Vorgang relevant? Das schafft Vertrauen in die Website und das Unternehmen dahinter.

Ein Beispiel: frag.mcdonalds.de
McDonald’s bietet seinen Kunden eine Plattform an, mit der sie offen mit dem Unternehmen kommunizieren können. Hier können Sie Fragen zum Essen, zur Herstellung und eigentlich zu allem stellen, das sie in Bezug auf McDonald’s schon immer wissen wollten. Auch kritische Fragestellungen werden hier auf eine sehr persönliche (und teilweise auch humorvolle) Art und Weise beantwortet.

 


Eine menschliche Umgebung spricht den Kunden auf einer persönlichen Ebene an.

Eine menschliche Umgebung spricht den Kunden auf einer persönlichen Ebene an.

Menschlichkeit und Persönlichkeit:

Eine Website ist nicht bloß ein Werkzeug, sondern das Verbindungsstück einer Marke zu ihren Kunden. Damit Kunden die Website nicht als einfaches, technisches (und somit ersetzbares) Hilfsmittel ansehen, hilft es, der Website eine Persönlichkeit zu geben, mit der sich der Besucher identifizieren kann. Dadurch schafft man eine menschliche Umgebung, in der sich der Besucher gerne aufhält.

Ein Beispiel: emmas-enkel.de
Wer erinnert sich noch an den Tante-Emma-Laden um die Ecke? Dieses kleine, urige Lädchen mit der netten Dame, die einem immer mit einem Lächeln begrüßte? Diese kleinen und zumeist positiven nostalgischen Momente nutzen „Emmas Enkel“ und schaffen eine vertraute, heimatbezogene Umgebung, mit der Sie Ihre Kunden abholen. Gepaart mit einem medienübergreifenden Gesamtkonzept eine gelungende Darstellung.

 


Fazit:

Grundsätzlich lässt sich aus jeder Website ein emotional bindendes Erlebnis aufbauen. Je nach Thema ist es jedoch ratsam, vorsichtig mit den entsprechenden Elementen umzugehen. Ein zu legerer Umgang mit stark analytischen oder ernsten Themen kann schnell unseriös und fehlplatziert wirken. Anders herum gesehen wirkt ein zu aufgeräumtes Konzept bei sensiblen Themen oft unpersönlich und kalt. Die Voraussetzungen für ein erfolgreich emotionalisierendes Nutzererlebnis variieren je nach Branche, Projektziel und Zielgruppe. Einen gemeinsamen Faktor gibt es jedoch immer: Das Ziel, den eigenen Kunden eine positive Erfahrung bieten zu können.