Vereinfachte Datenschutzeinstellungen bei Google – Nun darf der Nutzer mitbestimmen!

5. Juni 2015 at 17:46
Verinfachte Datenschutzeinstellungen bei Google

Google erlaubt seinen Nutzern ab sofort vereinfachte Datenschutzeinstellungen

 

Für viele Internetnutzer ist es mittlerweile beinahe unmöglich geworden den Überblick darüber zu behalten, wann, wie und wozu Google persönliche Nutzerdaten sammelt. Vordergründig erlaubt die Datensammlung, gut aufeinander abgestimmte Online-Services kostenfrei zu nutzen. Die dahinterstehenden Ambitionen sind den meisten Nutzern allerdings klar: Die Möglichkeit, personalisierte Werbeanzeigen für den Endverbraucher zu schalten und damit Geld zu verdienen. Jedoch steht bereits seit einiger Zeit die Forderung im Raum, den Nutzer selber entscheiden zu lassen, ob er „Interessensbezogene Werbung“ erhalten möchte.

Nachdem Google schon mit der Bereitstellung des „Transparency Reports“ auf die Forderungen von Datenschutz-Aktivisten reagiert hat, folgt nun ein weiterer Schritt: Die Veröffentlichung vereinfachter und fokussierter Datenschutz- und Sicherheitseinstellungen. Über „Mein Konto“ können eingeloggte Nutzer an einem zentralen Ort schnell und vereinfacht auf Einstellungen und Tools zugreifen, mit denen die Nutzererfahrung in Google-Produkten wie der Google-Suche oder Google-Maps angepasst werden können. Aber auch Nutzer ohne Google-Account können unter der Adresse myaccount.google.com in der Kategorie ‚Persönliche Daten und Privatsphäre‘ unter dem Reiter ‚Jetzt verfügbare Tools‘ personalisierte Datenschutzeinstellungen vornehmen.

Die Datenschutzeinstellungen auf myaccount.google.com

Die Einstellungen ermöglichen, dass der Nutzer einschränken kann, welche Daten gespeichert und verwendet werden dürfen. So können Nutzer mit oder ohne Google-Konto beispielsweise zukünftig einstellen, dass die in die Google Suchmaschine eingetippten Suchbegriffe sowie aufgerufene YouTube-Videos nicht mehr gespeichert werden.

Des Weiteren wird dem Nutzer die Möglichkeit geboten, die interessenbezogenen Werbeanzeigen zu deaktivieren. Das bedeutet jedoch nicht, dass keinerlei Werbung mehr angezeigt wird, sondern nur, dass die Werbeanzeigen nicht mehr auf der Analyse von persönlichen Daten basieren. Es werden also nach wie vor Daten gesammelt und gespeichert, allerdings werden diese nicht für personalisierte Werbung verwendet. Außerdem bietet Google nun ein Browser-Addon, mit dem der Nutzer das Google-Analytics-JavaScript deaktivieren kann. Dadurch wird verhindert, dass die eigenen Daten beim Besuch einer Website durch Google Analytics gespeichert und gewertet werden. Das Addon steht für alle herkömmlichen Browser zur Verfügung.

Besonders spannend wird hierbei die Analyse der mittelfristigen Auswirkungen, die ein weitläufiger Einsatz dieser Einschränkungen für Websitebetreiber und Online Marketing Experten hat. Wenn eine relevante Anzahl Nutzer strikte Datenschutz-Einstellungen wählt, könnte dies deutlichen Einfluss auf Nutzerstatistiken der Websitebetreiber haben und das Ausspielen von Anzeigen mit entsprechenden Targeting-Kriterien erschweren. Jedoch will Google mit den neuen Einstellungen keinesfalls die Nutzer dazu animieren, die kundenindividuelle Werbung auszuschalten, sondern vielmehr die Konto-Einstellungen vereinfachen.

Die genauen Auswirkungen auf das Online-Marketing sind derzeit noch schwer kalkulierbar. Es ist allerdings zu vermuten, dass sich nur ein Bruchteil der Google-Nutzer intensiver mit dem komplexen Thema Datenschutz auseinandersetzt und entsprechende Vorkehrungen trifft. Eventuell kann das Datenschutz-Update auch als Versuch von Google angesehen werden, Werbetreibende dazu zu bewegen, personalisierte Werbung besser einzusetzen und dem Endverbraucher durch bessere, zielgerichtetere Werbung einen echten Mehrwert zu vermitteln.