Virtual Reality oder nicht Virtual Reality?

10. November 2017 at 17:10

Virtual Reality

Welche Realität darf es heute sein? Ein Exkurs zu Virtual Reality

Da sind wir wieder, mittendrin im Virtual Reality Hype und langsam wird es Zeit, dass wir mit einsteigen, mit dem Kopf voran in die digital konstruierte Welle springen und uns von der realen Welt verabschieden. Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem wir uns fragen müssen: „Is this the real life?“ Oder eben doch nur Fantasie? Oder vielleicht etwas von allem?

Kurz gefragt: Stürzt sich brandung jetzt in das erste VR-Projekt? Kurz geantwortet: Vielleicht.

Hand aufs Herz – so neu ist das Thema VR nicht mehr. Jeder spricht davon, viele haben es erleben dürfen. Das Medium an sich befindet sich noch in dieser aufregenden, experimentellen Phase. Ausprobieren, Potentiale entdecken und Grenzen finden.

Ein gewisses Grundwissen hilft bereits bei der Entscheidung, wie und in welcher Form wir dieses VR einsetzen. Entsprechend haben wir euch im Folgenden ein paar Fakten zusammengestellt.

 

VR ist nicht gleich VR

Neue Innovationen ermöglichen die Verwendung unterschiedlicher Realitätsmodelle:

 

Einfache Realität

Einfache Realität:

Der Standard, den wir real erleben. Hardware: In diesem Fall sind das wir.

 

Erweiterte Realität – Augmented Reality

Erweiterte Realität – Augmented Reality:

Nicht reale Objekte werden mittels technischer Hilfsmittel in die reale Welt integriert. Grundsätzlich passiert das in audiovisueller Form (bei der Hard-Light-Projektion sind wir leider noch nicht angekommen). Hier unterscheiden wir zwischen einfacher erweiterter Realität fürs Smartphone oder Holo-Lenses (z. B. Pokémon Go) und weitaus ambitionierteren Projekten wie z. B. Birdly (http://www.somniacs.co/#).

Birdly nutzt die Oculus Rift sowie eine eigens dafür entwickelte Apparatur, die dem Menschen das „Fliegen“ ermöglicht. Ein Mix aus virtuellem Raum, einer Ganzkörper-Steuerung, Integration einer Windmaschine, Sounds und sogar Gerüchen versprechen hier ein intensives Erlebnis, sofern man den ungewöhnlichen Anblick ausblenden kann, den man Außenstehenden bietet, während man sich selber in dieser Apparatur befindet.

 

Virtuelle Realität

Virtuelle Realität: zu 0 % real, komplett erfunden

Bei der virtuellen Realität wird ein reales Objekt (in diesem Fall der Mensch) in eine virtuelle, nicht existente Welt versetzt, ohne weitere Einbeziehung realer Elemente. Hilfsmittel hierfür sind VR-Headsets wie z. B. die Oculus Rift oder Google Daydream sowie ggf. Controller für die Hände und zumeist ein leistungsfähiger PC.

 

Kompliziert einfach, einfach kompliziert – welche Plattform eignet sich?

Dafür werfen wir einen kurzen Blick auf die Anforderungen, bzw. Ziele. Für eine hohe Reichweite brauchen wir ein verteilbares Realitätsmodell. Glücklicherweise bieten sowohl VR als auch AR mit Hilfe von Cardboards und Smartphones ein optimales Medium zur Verteilbarkeit und Möglichkeit zum Generieren einer hohen Nutzungsfrequenz.

Der Vorteil von AR gegenüber VR ist die Möglichkeit, dritte Parteien mit in das Projekt zu integrieren. Die Einbindung von Produkten ist auch ein großer Entscheidungsfaktor.

Komplexe Welten lassen sich hingegen optimal mit VR und dem Einsatz von Headsets, wie z. B. der Oculus, umsetzen.

Für welche Branchen eignet sich VR als Medium und ist das überhaupt die sinnvolle Frage?

Es lassen sich Beispiele aus diversen Branchen nennen, in denen VR bereits erfolgreich bzw. sinnvoll integriert werden kann. Abgesehen vom offensichtlichen Gaming-Sektor finden sich Möglichkeiten in der Touristik-, bzw. im Immobilien-Sektor in Form von virtuellen Begehungen von Hotelanlagen, Häusern und Wohnungen. Der Einsatz von VR bietet hier einen direkten Mehrwert für die Kunden, die sich über einen echten Eindruck der Räumlichkeiten freuen dürfen, was zu einer Kaufentscheidung beitragen kann.

Produktdesigner, Städtebauer und Architekten profitieren mittels Augmented Reality von der Möglichkeit, Ihre Prototypen im realen Raum zu betrachten und vorzustellen.

Sowohl in der physischen, als auch in der psychischen Medizin kann VR zur Echtzeit-Patientendaten-Ansicht im OP, zum spielerischen Erleben einschüchternder Untersuchungsmethoden für Kinder oder auch zur Traumabewältigung eingesetzt werden.

Die Liste geht noch weiter, von Retail über Training bis hin zu Entertainment und Social. VR-Einsatzgebiete innerhalb aller dieser Branchen lassen sich jedoch meistens branchenübergreifend anwenden. Entsprechend ist der Einsatz von VR weniger branchen-, als mehr projektgebunden.

Und wie steht brandung jetzt zur VR?

Ein Sprung in die virtuelle Realität, sinnvoll eingesetzt und ohne Berücksichtigung des aktuellen Hype-Charakters ist einer, der dem Kunden einen entsprechenden Mehrwert bieten kann und entsprechend auch auf längerfristige Sicht begeistert. Wenn wir also mit auf den VR-Zug aufspringen, dann nicht, weil es gerade im Trend ist – sondern, um unsere Kunden sinnvoll auf ihrem Weg in die digitale Transformation zu begleiten.

Die Autorin des aktuellen Blogbeitrages, Victoria Berger, ist Designerin in unserem Kölner Büro